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Korsika - das Wander-Eldorado im Mittelmeer
Seit Jahren träumte ich davon diese Insel mal zu besuchen. Früher wollte ich zum Motorradfahren dort hin und dann ein wenig später hat mich lange Jahre der GR20 gereizt. Letztendlich sind wir 2007 zum Wandern auf die Insel gekommen.
Am Anfang stand die Idee eine echte Herausforderung zu meistern a la GR20. Einen Wanderpfad für mehrere Tage mit Sack und Pack von Hütte zu Hütte. Zwei Idee waren geboren - der GR20 und vielleicht mal eine Alpenüberquerung - aber dazu später im Jahr. Zuerst möchte ich von Korsika berichten. Ich machte mich also an die Planung unserer Reise. Lokale jahreszeitbedingte Gegebenheiten mit den persönlichen Anforderung von Caren und mir zu vereinen. Was sich als nicht sonderlich einfach gezeigt hat. Zwei Wochen wollten wir uns auf Korsika gönnen - eine Woche GR20 und eine Woche in einem Ferienappartment zu Tagesausflügen in die Umgebung. Da ich auch noch meinem Hobby "Tauchen" ein wenig Zeit widmen wollte war der Standort der Ferienwohnung schon mal klar definiert - Calvi. Denn vor der Hafeneinfahrt von Calvi liegt ein B17 Bomber vom Zweiten Weltkrieg, der dort in einer Tiefe von 27 Metern ideal zu betauchen ist.
Nun aber zurück kurz eigentlichen Reise. Nachdem ich schon ziemlich weit fortgeschritten war, Flug war klar, Zugverbindungen, Mietaut, Ferienwohnung usw. kam Caren auf die spannende Idee sich ein wenig mehr mit den Unterkünften auf dem GR20 zu beschäftigen - da ich für diesen Trip ein Zelt mit einplante. Das Ende vom Lied war ein Kompromis. Kein GR20, da Übernachtungen nicht klar (Zelt kommt bei Caren nur im Notfall in Frage) und der Streckenverlauf der Route zum Teil Kletterstellen mit Schwierigkeitsgrad II beinhaltet. Da Caren noch nie in hochalpinen Regionen unterwegs war, haben wir uns entschlossen, von Calvi aus für Tageswanderungen aufzubrechen.
Mit Germanwings ging es also direkt von Stuttgart nach Basita. Wer rechtzeitig bucht wie wir bekommt einen nur minimal billigeren Ticketpreis, als auch zwei Woche vorher. Ich hatte das kurz vorher nochmal überprüft. Aber man weiß ja nie und so ist zumindest alles gebucht und klar. Der Mietwagen von Hertz erwartete uns mit kleinen Hürden. So waren am Schalter noch mal 6,- Euro pro Miettag für Steuern fällig und die freundliche Dame am Flughafenschalter sprach natürlich nur Französisch - wie vermessen auf einem interationalen Flughafen auf einer Urlaubsinsel zu erwarten, dass das Personal vielleicht auch Englisch spricht und versteht.
Dann ging es vom Flughafen Bastia auf direktem Weg zu unserer Ferienwohnung in Clavi. Dieses schnuckelige zwei Zimmer Ferienhäuschen in der super grünen und gepflegten Anlage "Le Home". Die Anlage die sehr ruhig gelegen ist, ein Katzensprung von der Bucht von Calvi und seinem Sandstrand entfernt und in akzeptabler reichweite zum Stadtzentrum von Calvi. Einkaufsmöglichkeiten gibt es ebenfalls in der Nähe.
Calvi gilt als Touristenhochburg - was auf Korsika nicht zu vergleichen ist mit anderen Mittelmeerinseln - hier jedoch bedeutet, dass es ein reichhaliges Angebot von Bars, Restaurants und Hafenlokalitäten gibt. Man sollte sich ein wenig Gedanken machen, denn nicht jedes hochgelobte Lokal mit einheimischen Spezialitäten ist gut. Bei manchen läuft man direkt in die Touristenfalle. Schnelle Abfertigung, mäßige Qualität und saftige Preise. Aber wer sich erst mal ein Bild von Calvi verschafft, der findet auch die kleinen und besonderen Lokale. Für diejenigen, die eine Ferienwohnung - wie wir - haben, bietet es sich von selbst an, frisches Gemüse, Brot und die regionalen Wurst und Käsespezialitäten zu versuchen. Der lokale Wein hat mich nicht überzeugt, aber der Ziegenkäse in seinen zahlreichen Variationen war schon ein echter Knaller. Ein Traum für jeden Käseliebhaber!
Da wir uns nun vorgenommen hatten viel zu wandern und bei einigen Touren zumindest auf den GR20 zu stossen bzw. Teilstücke davon zu wandern, mussten wir viel Fahrtzeit auf teilweise kurvenreichen Küstensträsschen hinnehmen. Hier muß ich eingestehen, dass ein fixer Standort hier nicht von Vorteil ist. Beim nächsten Mal werden wir von Unterkunft zu Unterkunft ziehen und somit Anfahrten von bis zu 2 Stunden einfach vermeiden. Trotzdem bieten sich viele schöne Wanderung an die als Startpunkt den Wald von Bonitatu haben. Hier kann man auch auf den GR20 Verlauf aufsteigen und einige schöne Gipfel erklimmen. Um jedoch in die hochalpine Region zu gelangen muss man schon ins Landesinnere fahren. Vom Asco Tal aus gibt es wunderschöne Runderwanderungen und Gipfelmöglichkeiten bis auf den höchsten Gipel von Korskia.

Wer in Calvi tauchen möchte, der hat mittlerweile die Auswahl zwischen fünf Tauchbasen die hier Ihre Dienste anbieten. Ich hatte mich zwar schon von zuhause aus informiert über die Preise und das Tauchrevier. Aber musste feststellen, dass die wenigsten Basen eine Website hatten und wenn dann meist nur auf Französisch und auch nicht besonders aussagekräftig. Daher besser sich Vorort umschauen und mit den Leuten reden. So habe ich mich dann für die Tauchbasis "Centre de Plongee Castille" entschieden. Diese Tauchbasis verfügt über ein großes Tauchboot, welches allerdings nur als Basislager füngiert. Ausfahrten werden dann mit den drei zur Verfügung stehenden Schlauchbooten unternommen. Die Crew ist super freundlich, fast alle sprechen gut Englisch und wenn nicht, dann geben sie sich wirklich mühe. Es wird viel Wert auf Sicherheit gelegt. So wurden mein Logbuch und meine Qualifikation überprüft. Vor jedem Tauchgang wurden ausführliche Briefings abgehalten und bei jedem Tauchgang waren Divemaster mit dabei. Die Gruppen waren nie größer als 3 Taucher plus Divemaster. Die B17 war ein Erlebnis, jedoch die umliegenden Tauchreviere jetzt nicht so der Renner sind.
Nach zwei Wochen Korsika, zahlreichen Wanderungen in wunderschöner Natur, drei Tauchgängen, einem Strandspaziergang und vielen kulinarischen Leckereien bleibt nur noch eines zu sagen ... Korsika, wir kommen wieder.
Mehr Bilder findet Ihr im Bildarchiv unter Korsika.
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